Anti-Gewalt-Training - Modul Einzelsetting

Palombella

 

AZIENDA AGRICOLA PALOMBELLA

Anti-Gewalt-Training

individuell-intensiv

Modul Einzelsetting

Anti-Gewalt-Training

individuell-intensiv- Modul Einzelsetting

 

Vorwort

 

In der Gewaltprävention mit Einzelklienten spielt die konfrontative Pädagogik eine zündende Rolle, weil sie das geeignete Stilmittel ist, Konflikte nicht unter den Tisch zu kehren, nicht weg zu sehen. Dagegen dem Unrecht und der Unkorrektheit zuzusehen, heißt Erlauben, heißt Zustimmen. Es wird in der Geisteshaltung also darum gehen, aufmerksam, hinweisend und draufzeigend zu sein, sich einzumischen und der Gewalt auf die Finger zu schauen.

 

Dadurch entsteht Konfrontation, und das bedeutet auch Schmerz. Eine empathische und authentische Begleitung eines Klienten durch einen Pädagogen geht durch Höhen und Tiefen und ist gebunden an das Gebot des gegenseitigen Respekts. Konfrontative Auseinandersetzung zeigt nicht nur die Defizite und Grenzen des Klienten, sondern auch diejenigen des Pädagogen. Es geht dabei allerdings um die unterschiedlichen Gründe und Bedingungen.

 

Begleitung ist auch Leitung und hat Vorbildfunktion. Und wenn der Pädagoge, der vehement, behutsam und bestimmt auf die Wunden zeigt und in diese Leitrolle geht, das Thema Aggressivität auf die Tagesordnung bringt, dann geschieht das in einem curricular und didaktisch/ methodisch gesteuerten Prozessrahmen.

 

Das Setting lebt vom intensiven und individuellen Interventionsrahmen. Es geht um Klienten, die in keiner Gruppe mehr tragfähig und erreichbar oder auf dem Sprung in die Psychiatrie sind. Da gibt es einen Pädagogen und einen Klienten, zunächst. Und sonst nichts. Der Klient wird zurückgeworfen auf diese enge und bewusst intendierte Beziehung. Konfrontation spielt sich bewusst in einem begrenzten System ab.

 

Dieses Individualtraining lebt und profitiert von der isolierten geografischen Lage des kooperierenden Betreuungsprojektes und, weil durch die Einzelkonfrontation ein Nicht-Ausweichen-Effekt stattfindet. Nach zwei Monaten wird eine einwöchige Realitätserfahrung unter einem ausgewählten Setting eingesetzt.

 

Nach dem Abschluss des Einzelkompetenztrainings, wird es im Zuge der Reintegration weiter gehen in Richtung mehr Außen- Realitätserfahrung. Dann können im Erleben gesellschaftlich relevanter Sozialgefüge neue pädagogische oder therapeutische Gruppensettings installiert werden.

 

 

Einführung

 

Im Rahmen eines angeschlossenen individualpädagogischen Einzelprojektes, in dem der Klient lebt, arbeite ich als Kooperationspartner mit jeweiligen Auftraggebern/Trägern zusammen und biete durch einmal wöchentliche Herausnahme aus dem Einzelprojekt das Training an.

 

Sinn dieses hier beschriebenen Einzel- Anti-Gewalt-Trainings ist es, Merkmale des Antiaggressivitäts- und Coolnesstrainings (AAT/CT®) in ein individuelles Setting zu implantieren und zum Einsatz zu bringen. Die konfrontative pädagogische Methode (Glenn Mills Schools, Ferainola, Jens Weidner) und ein Einsatz nach der Provokativen Therapie (Corsini, Farelli) durchzieht den Interventionsrahmen einer als zeitlich begrenzt definierten Einzelfall-Maßnahme.

 

Es handelt sich dabei um eine Ergänzung (pädagogische ultima ratio, Weidner), sozusagen um eine Verdichtung, die aufbaut auf akzeptierendem Begleiten (Krafeld), personzentrierter Gesprächsführung (Rogers) in einem unbekannten Umfeld an unbekannten und bisweilen abgelegenen Orten mit weit gehendem bewusst intendierten Entzug bekannter Sozialstrukturen.

 

Die ‚neue’ Lebenswelt schafft neue Strukturen und aktiviert Ressourcen, die einen eingehenden Zugang zur eigenen Individualität und somit auch zu neuen Ansätzen von Reflexion bieten können. Insbesondere Bestandteile rational- emotiver/kognitiver Verhaltenstherapie (Ellis/Lückert) kommen zum Einsatz. Die Einfluss-Komponenten einer Konsum und Macht orientierten Gesellschaft am delinquenten Verhalten wird zum Thema gemacht. Allerdings wird sie nicht als Legitimation derivanten Verhaltens ‚genutzt’. Die alte Peer-Group gibt es nicht mehr.

 

Die methodisch ausgerichtete Individualisierung in einem organisatorisch festgelegten erlebnispädagogischen Rahmen, macht es für den Klienten notwendig, sich auf Bindungsangebote (Bowlby) einzulassen.

 

Es werden Sequenzen aus dem AAT/CT Trainingsprogramm und der konfrontativen Pädagogik während der Einzelbehandlung durchgeführt. Es kommen Methoden der Bindungsarbeit, der personzentrierten Gesprächsführung, des Psychodramas, der Theaterpädagogik, der Meditation und der klassischen Erlebnispädagogik zur Anwendung.

Gewaltbereite Klienten, die in dieses Training kommen, erleben im Prozess des Auf-Sich-Zurückgeworfen-Werdens durch Wegfall von schädlichen Außenreizen, den Verlust ihrer schädlichen Clique einen Weg in eine reflexive Auseinandersetzung entweder mit der ausgeführten Gewalttat oder mit manifesten gesellschaftlich schädigenden eigenen Aggressivitätsanteilen.

 

Durch das Anti- Gewalt-Trainingstagesprogramm sollen im Sinne der Lerntherapie durch starke Emotionalisierung Verhaltensänderungen herbeigeführt werden.

 

 

Zielgruppe

*wiederholt straffällig gewordene männliche Jugendliche und Heranwachsende mit massiver Gewaltproblematik, die nicht gruppenfähig sind

 

Ziele

* Erkennen eigener aggressiver Impulse,

Lernen verschiedener Formen der gewaltfreien Auseinandersetzung, sozialverträglicher Umgang mit eigenen Aggressionen, Herstellung von Gruppenfähigkeit

 

Alter

*Kinder, Jugendliche und Heranwachsende

 

Ausschlusskriterien

*Für Personen mit Suizidgefährdung *Grenzfälle

zur Kinder- und Jugendpsychiatrie *Alkohol- und

Heroinabhängige *Mitglieder der organisierten Kriminalität

Ablauf

*Erstgespräch mit Vertrag *FAF-Test zur Erfassung von Aggressivitätsfaktoren *Erlebnispädagogische Aktionen *vorgegebene Tagesstruktur *Therapieeinheiten und Training *Feedback

*Sharing *Abschlussgespräch * Teilnahmeurkunde

 

Zeitablauf

* i.d.R. 12 Wochen

 

 

Problemstellungen

*Herabgesetzte Frustrationstoleranz *Gewaltproblematik

*Familien- und Generationskonflikt *Migrationsspezifische Zusammenhänge

*Mangelnde sozial adäquate Konfliktlösungstrategien *Unterentwickelte kommunikative und interaktive Kompetenz *Peergroup-Druck (Clique) *Erkennungsdefizite des demokratischen Rechtssystems *Suchtauseinandersetzung *Politischer Rechtsextremismus *Männlichkeitsrolle

*Schul- und Berufsthematik *Borderline-Erkrankung *Essstörungen *Beziehungsstörungen

 

 

Methoden

*Konfrontative Pädagogik *Körperpsychotherapie *Methoden zur Grenzziehung (Normverdeutlichung)im Alltag *Meditationsübungen *Deeskalationstechniken *Körpersprache *Visualisierungen von Haltungen, Meinungen und Denkmustern *Lerntheoretische Techniken *Rollen- und Interaktionsspiele

*Elemente aus der Systemischen Therapie

*Erlebnispädagogik

*tiergestütze Therapie

*Elemente aus dem Psychodrama und dem Soziodrama *Medienpädagogische Interventionen (Filme, Videos)

*Konfrontation mit der Opferperspektive, Opferarbeit

*Training zur Einübung und Festigung gewaltfreier Konfliktlösungen (Attraktivitätstraining) *Nachbesprechungen

 

Information zur Methode

*Die Trainingsmethode - AAT® - versteht sich als eine deliktspezifische, sozialpädagogische und psychologische Behandlungsintervention auf der Basis des humanistischen Menschenbildes und einer konfrontativen Pädagogik. Sie wird seit 1987 erfolgreich angewandt, ist wissenschaftlich begründet und stützt sich auf den lerntheoretisch-kognitiven Ansatz und Erkenntnisse der Aggressionstheorien. Anti-Aggressivitäts-Training: Das AAT® ist Teil der tertiären Prävention im Bereich der Bewährungs- und Jugendgerichtshilfe, Jugendstrafrechtspflege, dem § 10 JGG und verschiedenen Formen des Strafvollzuges. Eine zwangsweise Behandlung von gewaltbereiten Wiederholungstätern wird als Einstiegs- Sekundärmotivation akzeptiert.

 

Aktivitäten

*erlebnispädagogische Aktionen, biografischer Analyse, Einzelinterviews, Meditationsübungen, Körperübungen zur Deeskalation, Rhetoriktraining, Rollenspiele, Übungen zu Frauen- und Männerbildern, Antiblamiertraining, Analyse von Aggressivitätsauslösern, Tatkonfrontation und Provokationstest, Opferbriefe, Auseinandersetzung mit Opferperspektiven, glaubhafte Distanzierung von Gewalt und Aspekte des Attraktivitätstrainings und Würdigung von gewaltlosem Verhalten.

 

Umfang

Die reinen Trainingstunden incl. Vorgeschaltete erlebnispädagogische Aktion umfassen 60 Fachleistungstunden im definierten Zeitraum.

De Rest der Zeit wird im ISE-Projekt verbracht

 

Kontakt

Rudolf Nau

Dipl.Soz.Arb.(FH)

Klientenzentrierte Gesprächsführung (GwG) Anti-Aggressivitäts-Trainer/Coolness- Trainer® (ISS)

Palombella 50

I-05010 Montegabbine TR Italien/Umbrien

Tel.: 0039-0763-837293 Mobil(I): 0039-335-5263627 Mobil(D): 0049-176-38065230 Email: rudolf.nau@posteo.de oder direkt HIER